Das Betrachten der Welt vom Privaten her

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»…eine beeindruckende Erinnerungsarbeit, die mit dem Pathos der Nostalgie spielt und immer wieder an viel größeren Zusammenhängen kratzt. Sie aber wie ferne Rätselbilder nie ganz zu fassen bekommt.« Jan Fischer, Hannoversche Allgemeine Zeitung

»Herrmann […] kann wunderbar beiläufig sprechen, als würden ihm die Worte gerade zur Sekunde einfallen. Nicht zuletzt beherrscht er auch die hohe Kunst des Schweigens: Er solle sich bei Betrachtung eines Baumes vorstellen, es sei ein Mensch, hatte ihm Millo einst aufgetragen – Herrmann schaut auf die Landschaftsprojektion an der Wand und sagt lange gar nichts – und zugleich so viel.« Jörg Worat, Neue Presse

»Acco Festival: Theater can be free, enigmatic and surprising.
[…] Herrmann has a pleasant and gentle presence on stage. Something very sincere and human. And there’s a lot of courage here, too, and in the unusual sense – he does not shout, he does not undress, he does not say anything shocking. He does a theater that is almost anti-theater. […] This is a particularly captivating show, especially for theater people who are used to looking almost automatically for „conflict“ and „drama.“« HAARETZ, Tel Aviv

Eingeladen zum Akko International Fringe Theater Festival 2018

Im Israel der 1940er Jahre gibt ein Mann den bedeutenden Anstoß für die (Theater-) Geschichtsschreibung seines Landes: 1948, im Jahre der Unabhängigkeitserklärung Israels, inszeniert der Regisseur Yosef Milo ein Theaterstück, das maßgeblich zur Identitätsbildung des israelischen Volkes beitragen soll. He walked through the fields bringt ihm Ruhm, Anerkennung und Berühmtheit im eigenen Land.

Im Deutschland der 1980er Jahre entdeckt ein junger Mann in Mülheim an der Ruhr eine Zeitungsannonce, die privaten Schauspielunterricht anbietet. Das Interesse des jungen Mannes wird geweckt und fortan fährt er regelmäßig mit dem Fahrrad zu dem Lehrer, der den Unterricht inseriert hat.

Die unterschiedlichen Welten des Schülers und des Lehrers treffen in einem Wohnzimmer aufeinander – in einer Stadt in Deutschland, in der der Lehrer völlig unbekannt ist. Ohne zu wissen, wer da vor ihm steht und was dieser Mann in der Vergangenheit erlebt hat, wird der Schüler in seinen Anfängen als Schauspieler von ihm tief geprägt. In Das Wohnzimmer meines Lehrers setzt sich der ehemalige Schüler, jetzt Schauspieler am Schauspiel Hannover, mit der Geschichte seines alten und mittlerweile verstorbenen Lehrers und der eines Landes auseinander, das sich im permanenten politischen Konflikt befindet. Er geht dabei all jenen Fragen auf die Spur, die er dem Lehrer nie gestellt hat – und die ihn jetzt dazu bringen, das Experiment eines Theaterabends zwischen Live-Performance und Videoinstallation zu wagen.

In deutscher und englischer Sprache.

Regie und Video  Mathias Max Herrmann
Bühne und Kostüm  Maret Tamme
Dramaturgie  Anna-Katharina Müller / Philipp Schulte
Regieassistenz  Swantje Möller
Videobearbeitung  Andreas Wilhelm Spengler

Premiere: 15. April 2018, 20 Uhr
September 2018, Akko, Israel

Nächste Vorstellungen:
Dezember
 15. Dezember 2018, 20 Uhr

Karten:  +49 511 9999 1111, oder bei
www.schauspielhannover.de
>>> Staatstheater Hannover

>>>English

 


Trailer (deutsch):

Akko Fringe Theatre Festival 2018 | Performed on Sept 25th 2018 (English):

Interview (Englisch):
 >>>English

>>> ÜBER DISTANZ, PRIVATHEIT, ÖFFENTLICHKEIT UND DAS ERINNERN
Regisseur und Schauspieler Mathias Max Herrmann im Gespräch